Ich bin ein #BabyBoomer, geboren 1954. Du wirst dich nun fragen, was solch ein «alter Kerl» wohl für eine Geschichte erzählen will. Nimm dir einfach ein paar Minuten Zeit und du wirst die Antwort auf diese Frage im Beitrag sicher entdecken.

Dieser Post wurde am 5.4.2016 auf LinkedIn in Englisch bereits publiziert.

«Mit welchem Speichermedium bist du eingestiegen?». Dieses Bild gibt bereits einen ersten Einblick was in den letzten Jahrzehnten so geschehen ist.

Hast du die Frage beantworten können?

Als ich 1974 nach Genf zog, fand ich eine erste Arbeitsstelle im Industriellen Rechnungswesen einer ABB-Fabrik. Dort traf ich auf ein Team von Damen, welche den ganzen Tag auf komischen Maschinen Lochkarten erfassten. Dies war mein erster Kontakt mit der Informatik.

Eine der «aufregendsten» Arbeiten, welche ich ausführen durfte war das Sortieren dieser Lochkarten nach Kostenstellen und anderen Kriterien, damit jeder Monat die industrielle Betriebsabrechnung auf einem riesigen IBM-Rechner erstellt werden konnte. Man stelle sich nun vor, was geschah, wenn man all diese Lochkarten auf den Boden fallen liess (smile).

Meine «Reise des permanenten Change» begann in 80ziger-Jahren. Sir Sinclair (UK) brachte damals einen ersten Personalcomputer auf den Markt, welcher nicht grösser war als eine 45er-Schallplatte (für die Jungen unter uns: eine 45ziger war in etwa 1,5 mal so gross wie eine CD). Auf diesem ZX81 machte ich meine ersten Erfahrungen mit der Programmiersprache «Basic».

Kurze Zeit später vermarktete Sinclair das Modell «QL». Der gesamte Computer war in einem Keyboard untergebracht mit der Möglichkeit kleine Tape-Kassetten zu nutzen, auf welchen Software für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank verfügbar war.

In der Zwischenzeit hatte ich eine neue Stelle als Business-Analyst bei einer Bank gefunden. Hier wartete der erste IBM-XT als Workstation auf mich, mit Lotus 1-2-3. Dies war natürlich bereits ein riesiger Schritt, nachdem ich vorher mit Textverarbeitungsgeräten Wang gearbeitet hatte.

Wenn ich zum Arbeiten auf Reisen ging, erhielt ich die mobile Version des IBM-XT. Man stelle sich einen Koffer vor, welcher ca. 20kg wog. Trotzdem fühlte man sich damit herrlich.

Bevor ich das Internet kennenlernen durfte, nutzte ich «CompuServe», eine Plattform welche mir Zugang zu Foren und einer breiten Wissensumgebung gab. Es ermöglichte auch den Austausch mit Menschen überall auf der Welt.

Die nächste grössere Veränderung war die Einführung von «Minitel» in Frankreich und «Videotext» in der Schweiz. Beide Plattformen gaben mir Zugang zu einer Vielzahl von Services und Games. Minitel war vor allem interessant als Chatting-Werkzeug.

Seither habe ich die Effekte des «Moor’schen Gesetzes» (Moore’s law) alle paar Monate konkret miterleben können. Dell hat den Markt der Personalcomputer so richtig aufgemischt und damit vielen Menschen Zugang zu dieser Technologie ermöglicht. Fast jeden Monat gab es neue Dienstleistungen, welche unser tägliches Leben massgeblich beeinflusst haben.

Mit der Vermarktung des McIntosh von Apple, erhielt das Kundenerlebnis eine ganz neue Dimension. Über viele Jahre habe ich ausschliesslich Microsoft-Produkte genutzt, weil es einfach mehr Software-Lösungen gab. Aber mit der Ankunft des iPod, hat Apple auch meine private IT-Welt auf den Kopf gestellt. MacBookPro, iPhone und iPad sind meine getreuen Wegbegleiter geworden. Damit kaufe ich Bücher, höre Musik und bearbeite Photos und Videos. Auch in meinem Beruf als Berater begleitet mich der iPadPro jeden Tag.

Mein erstes MobilePhone war ein Nokia in einem Gehäuse von Bang&Olufsen. Heute bin auch ich einer der Nutzer eines iPhones.

Heute blicke ich auf 13’000 Tage permanenten Wandels zurück mit dem Wissen, dass die nächsten 13’000 Tage nicht minder interessant sein werden. Auf jeden Fall freue ich mich riesig darauf.

Ich habe zudem den Eindruck, dass wir Baby-Boomer das einmalige Glück hatten diese Entwicklung miterleben zu dürfen, wohlwissend, dass die nächsten Veränderungen zwar gross sein werden, aber auf keinen Fall vergleichbar mit der hier beschriebenen Zeitspanne.

Welches war deine Erfahrung mit Veränderungen in den letzten Jahren? Erzähl uns doch mehr davon.

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