Unter diesem Titel erschien am 13.12.2016 im Zürcher Tagesanzeiger ein Artikel. Darin geht es um einen Versuch der UBS, CS und Swisscom, gemeinsam eine eigene Online-Identität zu testen.

Um was geht es hier?

Es geht eigentlich darum, jeden Bürger mit einer digitalen ID auszurüsten, um dadurch beispielsweise neue Geschäftsmodelle realisieren zu können. Im Vergleich zum Ausland muss man effektiv feststellen, dass die Schweiz auf diesem Gebiet nicht gerade zu den Vorreitern gehört.Die Suisse ID wurde – ich habe damals auch eine beschafft – 2010 lanciert und war aus der Kundenperspektive betrachtet, schlichtweg eine Zumutung und zwar vom Preis her aber auch von der Benutzerfreundlichkeit. Dementsprechend war es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass die ganze Sache eigentlich ein Flop geworden ist. Die zuständige Bundesstelle will nun für 2018 eine Neulancierung durchführen.

Die Initianten, welche im oben erwähnten Zeitungsartikel erwähnt sind, wollen mit dieser neuen ID die heutigen Schwachstellen des social-Logins bei ecommerce-Anwendungen durch eine Lösung ersetzen, welche sie wie folgt umschreiben: «…Das neue System soll nun aber garantieren, dass Schweizer Datenschutzregeln eingehalten werden, so die Vorstellung der Initianten. Die Konsumenten sollen nur die Informationen teilen, die sie auch weitergeben wollen. Die neue ID soll zudem nicht nur dazu da sein, im Internet einzukaufen oder Bankkonten zu eröffnen: Auch bei einem kantonalen Steuerportal soll man sich mit dem Dienst der privaten Anbieter anmelden können.» «Gelingt es uns, über Industriegrenzen hinweg einen Standard zu definieren, werden sich für den Nutzer interessante Anwendungsmöglichkeiten bieten», heißt es bei der CS.

Der Ausdruck «interessante Anwendungsmöglichkeiten» darf natürlich im Sinne von «lukrative Einnahmequelle für die Unternehmen» verstanden werden.

Wollen die Konsumenten eine solche Lösung?

Wenn man die Umfragefunktionalität des Artikels benutzt, empfinden 58% diese digitale ID als eine «gefährliche Sache». Das gesamte Konstrukt hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Heute sammeln sämtliche Unternehmen Nutzer-/Kundendaten, geschützt durch Privacy-Policies, welche niemand versteht, geschweige liest. Ersetzen wir also Facebook, Google and Friends nun einfach durch UBS, CS und Swisscom?

Ist das die Lösung, welche die realen Konsumentenprobleme löst  wie #Privatsphäre #gläsernerKunde #WemGehörenMeineDaten usw.?

Welche Lösung wäre eigentlich fair und wünschenswert?

Seit Jahren befasse ich mich intensiv mit denAspekten «#digitaleTransformation» und «#Kundenorientierung», sowie dem damit verbundenen Thema «#PrivacyPolicy». Wir leben im Zeitalter der #digitalenTransformation und erwarten als Bürger, Unternehmer und Konsument andere Konzepte, als das hier beschriebene Exemplar.

Eine faire Lösung sollte eigentlich wie folgt aussehen (eine high level Skizze aus einer für Januar 2017 geplanten Publikation des Autors):

Eine faire Lösung sollte eigentlich wie folgt aussehen:

Grundlage für nachfolgenden Lösungsansatz ist: Die Daten gehören jeder Person und zwar nicht nur seine demographischen Informationen wie Name, Vorname, Adresse, Geburtsdatum usw., sondern auch die Transaktionsdaten, welche er durch sein Verhalten generiert. Dazu gehören beispielsweise Dinge wie: Ort & Zeit des Einkaufs, was für ein Produkt er eingekauft hat, welchen Preis er dafür bezahlt hat und welches Zahlungsmittel er dafür einsetzte. Das Hauptziel hinter dieser Grundannahme ist, dass schlussendlich auch der Data-Owner (Sie und ich) auf faire Weise am BigData-Geschäft partizipieren und davon profitieren können.

Lösungsskizze (high level & non-exhaustive): Jeder Mensch wird ab Geburt Teilhaber (Mitinhaber) einer länderspezifischen «Citizen»-Genossenschaft und erhält dabei vom Staat eine Nummer (beispielsweise die heutige AHV-Nummer). Jeder Bürger bewirtschaftet selbständig seine persönlichen Daten und seine Präferenzen im System und übernimmt damit die dazu gehörende Verantwortung. Jedes Mal, wenn ein Unternehmen Daten einer Person benötigt, berechtigt diese das Unternehmen für den Zugang zur «Citizen Datenbank» für genau diese Transaktion. Für diese Berechtigung oder ggf. Nutzung der Daten erhält die Personen einen Gegenwert (in Geld, Punkten oder Dienstleistungen – den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt).

Nutzenpotenziale: Als Kunde habe ich bei jedem Unternehmen dieselbe Kundennummer und muss nicht immer wieder dieselben Angaben machen. Als Unternehmen muss ich keine – oder nur wenige – Kundendaten selber bewirtschaften, somit entfällt hier ein riesiger administrativer Aufwand. Vor allem partizipiert der eigentliche Data-Owner ökonomisch an seinen eigenen Daten.

Es ist natürlich klar, dass die hier beschriebene Skizze zu wenig detailliert ist und nicht auf alle Aspekte und Problemstellungen eingeht. Sie stellt jedoch einige bisherige Denkweisen auf den Kopf und kann durchaus als disruptiv eingestuft werden. Vor allem hat sie – ich höre schon die Kommentare – nichts mit irgendwelchen politischen Richtungen zu tun – smile.

Das Thema «Sicherheit und Trust», sowie die operativen Anforderungen sind nicht zu unterschätzen. Doch wissen wir alle, dass die Technologie, um einen derartigen Ansatz zu realisieren, weitestgehend vorhanden ist, beispielsweise mit der #Blockchain-Technologie von #Ethereum (auch noch eine Schweizer Lösung), was schon das Problem von Security, Trust lösen würde.

Die Bürger/Kunden sind es sich mehr und mehr gewohnt, mit solchen digitalen Prozessen zu arbeiten, respektive sie werden es immer mehr sein.

Wir müssten es also einfach nur noch tun. Die Finanzierung könnte auch mit innovativen Methoden vorgenommen werden, wie z.B. #Crowdfunding, wobei auch nutzniessende Unternehmen und der Staat ruhig etwas darin investieren können und sogar müssten. Die Lösungs-Entwicklung kann nach dem #openSource-Modell erfolgen, wie es Lösungen wie WordPress u.ä. jeden Tag zeigen.

Schlussbemerkung

Digitale Transformation heißt einfach nicht «dasselbe wie bisher, aber wenn möglich digitalisiert».

Digitale Transformation bedeutet, die Dinge aus anderen Perspektiven zu betrachten, beispielsweise «lösen wir das richtige Problem?», «kann man es auch anders tun?», «wie sieht es aus der Perspektive des Kunden aus?».

Es ist verständlich und nicht erstaunlich, dass den Banken und den Telcos die Gebührenmodelle wegbrechen, vor allem, wenn die Blockchain-Entwicklung noch weiter voranschreitet.

Es kann jedoch sicher nicht der Weisheit letzter Schluss sein, dass man nach Einführung und Aufrechterhaltung von Negativzinsen, jetzt noch Geld mit den persönlichen Daten der Bankkunden verdienen will. Das ist nun wirklich nicht das Kerngeschäft einer Bank und als Kunden/Bürger muss man einfach reagieren.

Wer mehr über diesen Lösungsansatz und weitere Aspekte der digitalen Transformation wissen und lernen möchte, sei auf Ende Januar 2017 vertröstet, denn wir werden noch mehr darüber publizieren. Wenn Sie rechtzeitig informiert werden wollen, dann kontaktieren sie uns einfach unter dem Kennwort «DIGITRANSKMU».

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