In der Watson-Ausgabe vom 22.7.2017 schreibt Andreas Maurer folgendes:

«Heute sagen verschiedene Nummern, wer wir sind. Die ID- oder Pass-Nummer sagt, wie wir heissen und wann wir geboren sind. Die Autonummer sagt, was für ein Fahrzeug wir besitzen. Die Swisspass-Nummer sagt, wie wir mit dem öV unterwegs sind. Die Kreditkartennummer sagt, wofür wir unser Geld ausgeben. Die Cumulus-Nummer sagt, was in unserem Einkaufskorb liegt.

Die meisten Daten aber sind mit der AHV-Nummer verknüpft: Wie wir versichert sind, wie viele Steuern wir zahlen, wie es um unsere Gesundheit steht, welche Grundstücke wir besitzen und ob wir bei der Billag angemeldet sind…»

Gemäss diesem Beitrag arbeitet der Bundesrat an einem Entwurf einer #digitalenIdentität, welcher auf der AHV-Nummer beruht. Und schon wieder werden «Untergangsszenarien» skizziert, welche uns aufmerksam machen wollen, was alles schief laufen kann.

In meinem kürzlich erschienen Buch, widme ich ebenfalls ein Kapitel dem Thema «Privatsphäre» (Privacy is dead und was jetzt) und erzähle eine kleine Geschichte dazu.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus der Geschichte – die digitale Selbstbestimmung im Jahre 2025 (Seite 203ff des Buches «Mission (im)possible – Erfolgreiche Bewältigung der digitalen Transformation für KMUs»):

 

«… Die letzten Jahre waren von einem für die Konsumenten nicht mehr länger akzeptablen Zustand geprägt. Alle Unternehmen sammelten auf Teufel komm raus die persönlichen Daten von bestehenden und potenziellen Kunden und verdienten damit viel Geld, indem sie diese Daten an andere Firmen weiterverkauften. Der Hauptbetroffene – der Kunde, die Privatperson – ging dabei mehr oder weniger leer aus oder wurde mit Versprechen beruhigt, seine Daten seien sicher und zudem profitiere er davon, da er auf diese Weise personifizierte Produkte und Dienstleistungen erhielte.

Mittlerweile hat sich die Welt verändert: Die bisher fehlende Technologie ist vorhanden, die Menschen sind sich ihrer neuen Rolle bewusst geworden und nehmen diese auch wahr. Erstaunlicherweise haben auch der Staat und seine Politiker das Problem erkannt und die Voraussetzungen geschaffen für einen Lösungsansatz, der jeden Menschen zum ausschließlichen Besitzer seiner Daten macht. Diese Lösung wird heute «digitale Selbstbestimmung» genannt.

Im Jahr 2025 ist jeder Bürger, egal welchen Alters, der alleinige Besitzer seiner Daten. Die Blockchain-Technologie ist mittlerweile derart ausgereift und verbreitet, dass ein ganzes Ökosystem rund um die persönlichen Daten eines Menschen entwickelt wurde. Jedes Land in Europa verfügt über eine NGO (Genossenschaft), die aus allen Bürgern des jeweiligen Landes ab ihrer Geburt besteht.

Bei Geburt eines Kindes wird mittels der erwähnten Blockchain-Technologie sofort der initiale Datensatz erstellt und auf einem verteilten, landesweiten Netzwerk gespeichert. Basis dieses Geburtsscheins ist eine Personennummer, die wir in der Schweiz früher als Alters- und Hinterlassenenversicherungsnummer, kurz AHV-Nummer, bezeichneten. Die Datenerfassung erfolgt durch die Eltern und die Verantwortung für die Datenbewirtschaftung geht mit der Erreichung der Volljährigkeit – diese ist neu auf 16 Jahre gesenkt worden – an das erwachsen gewordene Kind über…»

Im Gegensatz zum vorliegenden Artikel in Watson, betrachte ich die Entwicklung einer digitalen Identität als eine der positiven Entwicklungen der kommenden Jahre, sofern bestimme Rahmenbedingungen berücksichtigt werden:

  1. Vollumfängliches Überdenken der Experience rund um das Thema #digitaleIdentität;
  2. Berücksichtigung der relevanten technologischen Lösungen;
  3. Auf keinen Fall: «Digitalisierung der bestehenden Prozesse»;
  4. Mut disruptive zu sein und neue Wege zu gehen. Nicht einfach kopieren.

Mehr über die skizzierte Lösung findest du in meinem Buch. Ich glaube fest daran, dass wir in Sache #digitalerIdentität neue Wege gehen müssen. Nur bestehende Konzepte zu «digitalisieren» ist zu wenig weit gedacht. Die #digitaleSelbstbestimmung ist ein Lösungsansatz, welcher mitberücksichtigt werden muss. Bei jeder neuen Lösung immer nur die Gefahrenseite hervorzuheben ist auch kein Weg.

Lies also die Geschichte im Buch und kommentiere sie, besser noch: teile sie mit deinen Freunden.

Immer daran denken: «Politiker sind keine Influencer, sondern Followers. Sie tun immer nur das, was ihre Wähler wünschen, damit sie wiedergewählt werden» (Zitat: Leonardo di Caprio – “before the flood”)

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Mission (im)possible? – erfolgreiche Bewältigung der digitalen Transformation für KMUs, richtet sich an Unternehmen und Personen, welche sich Gedanken zur digitalen Transformation machen; dazu gehört auch die digitale Identität.

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